Liebe Mieter*innen, liebe Berliner*innen, liebe Politiker*innen,

wir können es nicht oft genug wiederholen: wir sind das Mieterinitiativen-Netzwerk “Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen” aus Berlin und erleben seit Jahren, wie die Lage für Mieter*innen in unserer Stadt immer stärker eskaliert. Ein Profiteur und treibender Akteur dieser Entwicklung ist die Deutsche Wohnen – unser Vermieter. In etlichen Gerichtsverfahren und Grenzen ausreizenden Mieterhöhungsverlangen gegen uns, erleben wir die tatsächliche gesellschaftliche Verantwortungsbereitschaft der renditegetriebenen, weil börsennotierten Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen.

Nur dank des unermüdlichen Engagements etlicher Mieterinitiativen erhält die Mietenkrise in Berlin endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Der Berliner Mietendeckel kann sicherlich nicht alle Probleme der Mieter*innen in der Stadt lösen, trotzdem begrüßen wir das Vorhaben grundsätzlich als Maßnahme in die richtige Richtung. Aber: der Mietendeckel bleibt eine einzelne Maßnahme, die Symptome fokussiert und nicht die Ursachen der Mietenkrise.

Der Erfolg der Kampagne “Deutsche Wohnen & Co. enteignen” und auch die über 20 Mieterinitiativen von Deutsche Wohnen Mieter*innen zeigen, dass die Berliner*innen auf der Suche nach substanziellen und effektiven Lösungsmaßnahmen sind. Verständlicherweise fragen sie nach den Ursachen für die Mietenkrise und stellen die Systematik bzw. Existenzberechtigung des Mietmarktes an sich in Frage.

Auch wir, der Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen, tun das und haben in unserem vielfältigen Mieterinitiativen-Netzwerk jetzt ein gemeinsames Selbstverständnis mit den inhaltlichen Leitplanken unseres Protestes definiert.

Wir lassen uns nicht mit strategischen PR-Offensiven auseinanderdividieren und fordern: Bezahlbaren Wohnraum für alle!

Selbstverständnis des Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen

Wer wir sind

Wir sind Mieter*innen des großen Finanzinvestors Deutsche Wohnen SE oder anderweitig von den Maßnahmen der Deutsche Wohnen betroffene Mieter*innen. So unterschiedlich wir sind und so unterschiedlich die Kieze sind, in denen wir wohnen, uns verbindet die gleiche Erfahrung: überall in Berlin wird unser Wohnraum zum reinen Renditeobjekt.

Während die Mieten unserer Wohnungen kontinuierlich von der Deutsche Wohnen gesteigert werden, wird der erbrachte Service immer schlechter. Wir erleben seit Jahren unterlassene Instandhaltungen, ineffektive Modernisierungen, Grenzen ausreizende Mieterhöhungen, Schimmel in den Wohnungen, problematische Digitalisierungsprojekte oder andere Schikanen, die uns das Leben als Mieter*innen in Berlin schwer machen.

Wir haben uns deshalb zusammengeschlossen, um uns gemeinsam gegen die mieter*innenfeindlichen und unsozialen Geschäftspraktiken des börsennotierten Finanzinvestors Deutsche Wohnen zu wehren. Gemeinsam organisiert im berlinweiten Netzwerk des Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen, verteidigen wir unseren Wohnraum – damit die Miete nicht unsere Einkommen auffrisst und uns genug zu einem Leben in Würde bleibt.

Was wir wollen

Wir lassen uns von der Deutschen Wohnen nicht vertreiben und wollen uns mit einer gemeinsamen Stimme als Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen in der Öffentlichkeit Gehör verschaffen, um gegen die Übermacht der Immobilienwirtschaft anzugehen.

Unsere Wohnungen sind unser zu Hause – die Basis unseres gesellschaftlichen Lebens – und keine Geldanlage für internationale Aktionäre. Wir wollen in unseren Wohnungen, unseren Kiezen und unserer Stadt bleiben! Wir kämpfen für einen lebenswerten, bezahlbaren und demokratisch verwalteten Wohnraum, in dem wir ohne jegliche Diskriminierung leben können. Wir leisten Widerstand gegen eine, profitorientierten Grundsätzen folgende, Wohnungsbewirtschaftung und fordern: 

Bezahlbar­en Wohnraum für alle!“

Selbstverständnis des Mieter*innenprotest als PDF