2019 Beteiligte Initiativen Datenschutz Statement

Datenschutz Bußgeld bei der Deutsche Wohnen: Mieter sollten Datenauskunft nach DSGVO einfordern

Das aktuelle Bußgeld in puncto Datenschutz, dass die Berliner Datenschutzbeauftragte gegen unseren Vermieter die Deutsche Wohnen verhängt hat, wird vom Mieter*innenprotest begrüßt.

Wir Mieter*innen der Deutsche Wohnen können sehr wohl feststellen, dass uns immer wieder Fälle zugetragen werden, in denen ganz offensichtlich personenbezogene Daten von der Deutsche Wohnen nicht nur gespeichert, sondern auch an Dritte (z.B. Dienstleister) ohne Zustimmung weitergegeben wurden. In verschiedenen Siedlungen wurden wir von Rentner*innen angesprochen, die uns darüber in Kenntnis gesetzt haben, dass Sie von Fremdfirmen (offenbar im Auftrag der Deutsche Wohnen) kontaktiert wurden – ohne dass Sie einer Weitergabe ihrer Daten zugestimmt hätten. 

 

Auch Fälle von offenbar unrechtmäßigen Kontaktaufnahmen für marketingintensive “Mieterbefragungen” sind zuletzt unter uns Mieter*innen des Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen bekannt geworden. Hier wurden beispielsweise E-Mail-Adressen von Mieter*innen genutzt, deren Speicherung durch die Deutsche Wohnen nicht zugestimmt wurde. Gleichzeitig wurden auch diese personenbezogenen Daten Dritten offenbar durch die Deutsche Wohnen zur Verfügung gestellt – wiederum ohne die Zustimmung der Mieter*innen.

 

In Zuge unserer Erfahrungen mit dem laxen Umgang mit unseren personenbezogenen Daten, halten wir Mieter der Deutsche Wohnen das Bußgeld in Höhe von 14,5 Millionen Euro nicht nur für gerechtfertigt, sondern auch zwingend angebracht. Der Datenschutz muss sichergestellt werden!

Nicht zuletzt deshalb, weil die Deutsche Wohnen in Berlin bereits verschiedene Digitalisierungsprojekte in Mietwohnungen vorantreibt. So wird beispielsweise in drei Siedlungen der Deutsche Wohnen das Pilotprojekt “MiA – meine intelligente Assistenz” getestet, das aus unserer Sicht u.a. erhebliche Fragen des Datenschutzes im Mietrecht aufwirft. 

Die dystopischen Visionen eines “gläsernen Mieters” dessen Mietnutzung mithilfe digitaler Tools und zwingender digitaler Systeme (z.B. auch das schlüssellose Türschließsystem KIWI) en detail erfasst und durch den Vermieter ausgewertet werden kann, macht deutlich, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung von Wohnraum etliche Datenschutzfragen für Mieter*innen zur Diskussion stellen. Vor dem Hintergrund des aktuellen nicht ordnungsgemäßen Umgangs mit unseren personenbezogenen Daten stimmt der Blick in die digitale Zukunft uns mehr als nachdenklich.

Unsere Empfehlung an Mieter der Deutsche Wohnen: umgehend Auskunft nach Art. 15 DSGVO einholen

Wir empfehlen allen Mieter*innen der Deutsche Wohnen, dass Sie bei ihrem Vermieter der Deutsche Wohnen eine Datenauskunft gemäß Artikel 15 DSGVO einholen und sich damit einen Überblick verschaffen, welche personenbezogenen Daten durch die Deutsche Wohnen im Einzelnen gespeichert werden und warum. (Sachgrund) Dieser gesetzlich ausdrücklich vorgesehene Auskunftsanspruch gegenüber Unternehmen (hier dem Vermieter), verschafft Ihnen als Mieter*in die Möglichkeit, Ihre Daten selbstbestimmt zu schützen und ggf. löschen zu lassen. 

Sobald Sie wissen, welche Daten die Deutsche Wohnen von Ihnen gespeichert hat, können Sie ggf. weitere Rechte geltend machen. Nutzen Sie hierfür Musterbriefe zu Berichtigung, Löschung, Sperrung, zum Widerruf bzw. Widerspruch – die Verbraucherzentralen stellen verschiedene Musterbriefe zur Verfügung. Sie können die Auskunft gegenüber der Deutsche Wohnen formlos (z.B. per Brief oder E-Mail) geltend machen. Die Deutsche Wohnen muss unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb eines Monats reagieren und Mieter*innen Auskunft erteilen.

Musterbrief Vorlage: Datenauskunft nach DSGVO durch Deutsche Wohnen

Musterbrief als PDF herunterladen

Mithilfe unserer Vorlage können Mieter*innen der Deutsche Wohnen unkompliziert per Musterbrief eine Auskunft und Kopie ihrer bei der Deutsche Wohnen gespeicherten personenbezogenen Daten einfordern.

Adresse für Datenschutz-Auskunft an Deutsche Wohnen

Bitte richtet das Auskunftsanschreiben an die Datenschutzbeauftragte der Deutsche Wohnen unter folgender Adresse:

An die Datenschutzbeauftragte der Deutsche Wohnen
RA Dr. Annette Demmel
SPB DPO Services GmbH
Unter den Linden 21
10117 Berlin