Veranstaltungshinweis: Podiumsdiskussion zur Enteignungsdebatte “ZUKUNFT findet STADT” (BBU in Kooperation mit dem Inforadio)

Liebe Mieter*innen, liebe Aktive,

wie von vielen unter euch bei unserem Vernetzungstreffen im April kritisiert, hat der BBU (Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.) jüngst eine eigene Webseite zur Enteignungskampagne “Deutsche Wohnen & Co. enteignen” veröffentlicht. Eine Ansammlung von oft undifferenzierten Kommentaren zur gleichzeitig wenig detailliert analysierten Sachlage des Mietmarktes in Berlin bzw. der Situation von Mieter*innen. Weder die Ursachen der Mietmarkt-Probleme werden in ihrem komplexen Wirken hinreichend beschrieben noch die möglichen Lösungen erkenntnisfördernd in ihren Vor- und Nachteilen dargestellt.

Geschweige denn über ein Gesamtkonzept verschiedener wirksamer Maßnahmen gesprochen. Stattdessen wird erneut das makabre Loblied des Bauens & Förderns verkündet – wer schneidet sich schon gern ins eigene Fleisch. Selbstverständlich auf Basis der grundlosen Behauptung, dass man nur „Bauen“ oder „Enteignen“ könne.

Auch interessante Zitate lassen den BBU entweder dezent weltfremd erscheinen oder zeigen, dass Mieter*innen in Berlin von diesem Lobby-Verband wenig Gutes zu erwarten haben:

 „Die allermeisten Mieterinnen und Mieter in Berlin sind deshalb auch zufrieden.“ (Anmkg.: bezogen auf die durch den BBU resümierten eher günstigen Mieten in Berlin)

Aktuell plant der BBU am 20. Mai 2019 eine kostenlose Podiumsdiskussion zur Enteignungsdebatte und führt diese in Kooperation mit dem Inforadio (rbb) durch. Geladen sind verschiedene Gäste, mit mengenmäßig leichtem Lagervorteil für die unternehmerische Sicht. Es darf vermutet werden, dass Rouzbeh Taheri als eingeladener Sprecher der Enteignungskampagne, vor Ort einen anstrengenden Job antritt.

Bringen wir ein paar Mieter*innen-Realitäten in diese Lobby-Debatte ein und unterstützen wir den eingeladenen Sprecher der Kampagne “Deutsche Wohnen & Co. enteignen”. Lasst uns unseren Mieterprotest gegen diese unaufrichtige Ignoranz der Interessengemeinschaft des BBU artikulieren.

Wir legen allen Mieter*innen und Mieterinitiativen die Teilnahme an dieser Veranstaltung sehr ans Herz. Sofern Ihr teilnehmen wollt, sendet eure Anmeldung unbedingt bis zum 15.05.2019 schriftlich per E-Mail an den BBU unter: info@bbu.de.

Textvorlage für die Anmeldung per E-Mail herunterladen

 

Euer Mieter*innenprotest

 

 

 

Details zur Veranstaltung: Podiumsdiskussion zur Enteignung in Berlin mit u.a. Rouzbeh Taheri

Auf dem Podium werden u.a. folgende Sprecher vertreten sein…

• Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin
• Jörn von der Lieth, Geschäftsführer der Hilfswerk-Siedlung GmbH Evangelisches Wohnungsunternehmen in Berlin
• Lars Wittan, COO Deutsche Wohnen SE
• Rouzbeh Taheri, Sprecher für die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“
• Ute Holzhey (Moderation, Inforadio rbb)

Organisatorische Information zur Podiumsveranstaltung…

• Montag, 20. Mai 2019, 18:00 Uhr
• NEU: H4 Hotel Alexanderplatz, Raum Grenander 1+2, Karl-Liebknecht-Straße 32 10178 Berlin
• Um Anmeldung bis zum spätestens 15. Mai 2019 per E-Mail wird gebeten: info@bbu.de
• Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir freuen uns auf zahlreiches Kommen!

Nach der Diskussion wird für einen kleinen Imbiss gesorgt. Die Diskussion wird aufgezeichnet und im Rahmen der Forum-Sendereihe des rbb-Inforadio ausgestrahlt.

Interessante Links zur Podiumsdiskussion des BBU mit u.a. Rouzbeh Taheri

Natürlich schafft die Enteignung keinen neuen Wohnraum – muss Sie auch nicht. Das Ziel der Kampagne ist sehr simpel und sehr konkret. Durch die Vergesellschaftung und Überführung in Gemeineigentum, wird vorhandener Wohnraum im Interesse der Mieter*innen in Berlin, der nicht beherrschbaren Profitgier von Immobilienunternehmen entzogen. Natürlich verändert diese Vergesellschaftung von rund 200.000 ganz nebenbei auch die Mehrheitsverhältnisse des Mietmarktes nachhaltig. Das parallel zu dieser Maßnahme auch weiterhin bezahlbarer Wohnraum gebaut werden muss, steht außer Frage und ist im übrigen längst Teil der Verpflichtungen der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften.

Wer bei der Berliner Enteignungsdebatte eine “Entweder-Oder-Debatte” suggeriert, möchte gezielt eindimensionale Antworten auf die vielschichtigen Ursachen des dramatischen Berliner Wohnungsmarktes geben – also schlicht ablenken.

 

Link zur Ankündigung der Veranstaltung durch den rbb

Link zum Artikel “Enteignen? Unbedingt!” auf heise.de (sehr lesenswert als kleine Einstimmung;)

Link zur “Deutsche Wohnen & Co. enteignen” Webseite