Leitfaden mit Tipps zur Gründung einer Mieter-Initiative

Auch wir mussten und müssen uns mit falschen Abrechnungen der Deutsche Wohnen SE rumschlagen. Die Deutsche Wohnen lässt unsere Wohnungen verkommen oder bedroht uns mit Mietsteigerungen und Verdrängung, während sich Aktionäre an satten Renditen erfreuen. 
Über die gesamte Stadt verteilt, haben wir Mieter*innen begonnen, uns gegen die Maßnahmen der Deutsche Wohnen zu wehren und uns schließlich als berlinweit vernetzter „Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen“ zusammengetan. Egal, ob in Kreuzberg, Treptow, Friedrichshain, Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf, Spandau, Pankow, Prenzlauer Berg oder Charlottenburg-Wilmersdorf – wir stehen als Mieter*innen der Deutsche Wohnen zusammen und helfen uns mit Wissenstransfers gegenseitig.
Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, sich mit Nachbar*innen zusammenzuschließen und gemeinsam aktiv zu werden, um unsere Nachbarschaften und Kieze zu erhalten. Als Gegnerin steht uns die ≫Deutsche Wohnen≪ gegenüber, eine europäische Aktiengesellschaft, die in Berlin mit über 110.000 Wohnungen die größte Vermieterin ist. Immer wieder fragen uns Menschen aus anderen Siedlungen und Einzelhäusern, wie wir und teilnehmende Initiativen so stark geworden sind. Das hat uns auf die Idee gebracht, einen Leitfaden für Mieter*innen zu schreiben. Fertige Rezepte haben wir natürlich nicht, aber wir wollen unsere Erfahrungen mit euch teilen und hoffen, dass sie hilfreich sind. Wir haben festgestellt, dass viele Organisierungen ähnlich ablaufen. Und genau so haben wir diesen Leitfaden aufgebaut. Er ist für alle Auseinandersetzungen mit Vermieter*innen nutzbar, egal ob sie ein einzelnes Haus besitzen oder eine ganze Siedlung. *
ÜBRIGENS: Das Gender-Sternchen* soll Platz sparen und deutlich machen, dass wir uns immer an Mieterinnen und Mieter wenden, die sich mit Vermieterinnen und Vermietern auseinanderzusetzen haben. 
 
Als Erstes haben wir Nachbar*innen gesucht, die dieselben oder ähnliche Probleme mit dem*der Vermieter*in hatten und die mit uns aktiv werden wollten. In → SCHRITT 1 des Leitfadens stellen wir also vor, wie wir das gemacht haben und wie wir unsere Scheu vor dem direkten Gespräch überwunden haben.
Es folgen die Treffen in einer größeren Runde. Wie diese Versammlungen vorbereitet und moderiert werden können, damit viele Nachbar*innen aktiv werden und kein Chaos entsteht, zeigen wir in → SCHRITT 2. Über die Möglichkeiten, den Überblick zu behalten, wie viele Nachbar*innen schon im Boot sind und wer wofür ansprechbar ist, schreiben wir in → SCHRITT 3.
In → SCHRITT 4 geht es dann um die gemeinsamen Aktionen in Richtung Vermieter*in, Politik oder Öffentlichkeit: Wir schildern, was nach unserer Erfahrung dabei zu bedenken ist. Einige Vorschläge, was für die Zusammenarbeit in der Gruppe nützlich sein kann, haben wir in extra → THEMENKÄSTEN gepackt, z.B. ≫Tipps für die Moderation≪.
Als AG Starthilfe des Mieter*innenprotest organisieren wir auch Trainings, in denen ihr Vieles von dem, was wir in unserem Leitfaden beschreiben, ganz praktisch üben könnt. Wenn ihr Fragen habt, nehmt einfach Kontakt zu uns auf!
Wir wünschen Euch viel Erfolg beim Organisieren!
 
 Euer Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen

Ihr wollt eine Mieter-Initiative gründen? In unserem Leitfaden beschreiben wir Schritt für Schritt, was ihr bei der Gründung einer Mieter-Initiative beachten solltet.

Schritt 1: Wie kommt ihr mit euren Nachbar*innen ins Gespräch?

Hier beschreiben wir Wissenswertes zu folgenden Themen: 

→ Warum sind persönliche Gespräche mit Nachbar*innen so wichtig?

→ Wie könnt ihr euch auf Tür-zu-Tür-Gespräche in eurer Nachbarschaft vorbereiten?

→ Infobox: Tipps für die Tür-zu-Tür-Gespräche mit Nachbar*innen

Schritt 2: Wie gelingt euch eine gute Mieter*innenversammlung?

Hier beschreiben wir Wissenswertes zu folgenden Themen: 

→ Vorbereitung der Versammlung eurer Mieter*innen-Initiative

→ Infobox: 9 Schritte zum Glück | Moderation einer Mieterversammlung

→ Wie führt ihr die Mieter-Versammlung erfolgreich durch?

→ Wie kommt ihr von der ersten Mieter*innen-Versammlung zu einer aktiven Initiative?

Schritt 3: Wie behaltet ihr den Überblick über eure Initiative?

Hier beschreiben wir Wissenswertes zu folgenden Themen: 

–> Wozu dient eine Organisierungslandkarte?
–> Wie erstellt man eine Organisierungslandkarte?
–> Aktuelle Telefon- bzw. E-Mail-Kontaktliste erstellen und pflegen
Schritt 4: Wie tretet ihr gemeinsam in Aktion?

Hier beschreiben wir Wissenswertes zu folgenden Themen: 

 → Was ist das Ziel der Aktion? Gibt es vielleicht mehrere Ziele?→ Wen wollt ihr mit der Aktion erreichen? Wen wollt ihr auf eure Seite holen? Wen wollt ihr unter Druck setzen?→ Welche Aktion wann? Den Druck steigern!→ Infobox: Stufenplan→ Wie läuft es konkret?→ Infobox: Achtung Fallstricke!→ Bei welchen Aktionen können alle mitgehen?→ Die Vorbereitung→ Infobox: Rechtliche Absicherung→ Wie ladet ihr Leute ein? | Aufruf und Mobilisierung→ Was gibt es während der Aktion zu beachten?→ Wie lernt ihr aus euren Aktionen? | Nachbereitung→ Feiert eure Erfolge in der Mieter-Initiative!
Gesprächsleitfäden

Vor dem Gespräch müsst ihr Euch überlegen, welche Ziele ihr mit dem Gespräch verfolgt.

Zum Beispiel:
→ Herausfinden, ob andere Mieter*innen auch eine Modernisierungsankündigung erhalten haben
→ Einladung zu einer Mieter*innenversammlung: Zusage oder Absage erfragen
→ Kontakte sammeln — E-Mail-Adressen und Telefonnummern



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